Mehrsprachigkeit verschafft geistigen Vorsprung

 

Egal, ob ein Mensch zwei oder 30 Sprachen spricht – für das Gehirn wird jede Wortwahl zu einer komplexen Aufgabe. Das kann sogar vor Alzheimer schützen.

 

Doch wer auch nur eine oder zwei fremde Sprachen spricht, hat einen Vorteil – und zwar ein Leben lang. In jedem Alter sind Mehrsprachige ihren monolingualen Mitmenschen um einen Schritt voraus. Das bestätigen Erkenntnisse aus dem relativ neuen Feld der „Neurowissenschaft des Multilingualismus“:

 

Demnach profitieren schon Babys und Kleinkinder

in ihrer Entwicklung vom Erwerb einer zweiten Sprache. Kinder und Jugendliche erlernen ohne größere Mühe weitere Sprachen, wenn sie schon eine Fremdsprache in petto haben.

 

Leichter fällt das Sprachenlernen allerdings denen, die schon sehr früh damit anfangen – am besten schon im Mutterleib. Neugeborene können bereits zwischen zwei Sprachen unterscheiden, wenn sie im Bauch ihrer Mutter mit den unterschiedlichen Tönen vertraut gemacht wurden.

 

Das haben kanadische Wissenschaftler der University of British Columbia in Vancouver und Forscher der Organisation für wirtschaftliche Kooperation und Entwicklung in Frankreich herausgefunden, indem sie Babys philippinischer Mütter beim Stillen beobachteten. Einige Mütter hatten während der Schwangerschaft nur Englisch gesprochen. Die anderen Frauen hingegen sprachen Englisch und Tagalog, eine auf den Philippinen weit verbreitete austronesische Sprache.

 

Zweisprachige Babys lernen, dass Objekte und Ereignisse zwei

Bezeichnungen haben, und sie wechseln flexibel von der einen zur anderen.

 

Dieses Training der grauen Zellen lohnt sich. Mehrsprachige Kinder sind oft aufmerksamer als ihre einsprachigen Altersgenossen. Zu diesem Ergebnis kamen kanadischer Forscher von der Concordia University in Montreal. Ihre Studie erschien im „Journal of Experimental Child Psychology“.